Nünchritz 2011 – Teil 1

 Am 23. Juli fand im sächsischen Nünchritz bei optimalen klimatischen Voraussetzungen die deutsche Ergometer-Meisterschaft im Marathonrudern statt. Neben dem Einzelrennen wird auch ein 4er-Staffelrennen angeboten. Leider hat sich die Teilnehmerzahl des Einzelrennens in den letzten Jahren weiter reduziert. Insgesamt gingen noch 13 unverdrossene (davon 3 Damen) auf die 42.195m lange Strecke. In meiner Altersklasse 40 – 59 Jahre kämpften wir zu viert um den Titel. Die Jungspunde (18 – 39 J.) waren ebenfalls zu viert am Start. Pünktlich um 10.30 Uhr ging es dann auch los. Bei über 42 zu rudernden Kilometern ist es wichtig, sich die Strecke gut einzuteilen und nicht zu schnell anzugehen. Mit einer Startpace von knapp unter 1:52min war ich eigentlich schon schneller unterwegs als geplant. Um so mehr überraschte mich das Auftreten von Benjamin Reuter, dem 23 jährigen Vorjahressieger der jüngeren Altersklasse. Mit einer Größe von 1,96m und einer Schuhgrösse von 54 (!) hatte er körperlich die besten Voraussetzungen. Seine Pace auf dem ersten Kilometer lag bei unglaublichen 1:30min (!), sodass er sich bereits in der kurzen Startphase einen Vorsprung von 140m herausruderte. O.K. dachte ich, er ist alt genug und wird schon wissen was er tut.

Bis zur 8 Kilometer-Marke hatte ich mich bei einer Durchschnittspace von 1:52,4 min eingependelt. Dabei versuchte ich entspannt zu bleiben und hatte nur das Display im Blick, um den Abstand zum Vorder- und Hintermann zu kontrollieren. Weiterhin 140m Rückstand auf Benjamin und 89m Vorsprung auf den „Bayrischen Hammer“ Hannes Schwarz, der ebenfalls zur jüngeren Altersklasse gehörte. Den Abstand zu Dirk Steyer – dem späteren zweitplazierten in meiner Altersklasse – zeigte das Display nicht an. Dann passierte das erste Unglück.

Es ruckte kurz und auf einmal stürzte der vordere Standfuß meines Sportgerätes von der Bühne. Unbemerkt hatte sich mit jedem Ruderschlag mein C2 einen Millimeter nach vorne bewegt, bis der jähe Absturz erfolgte. Es half nichts, ich musste aufstehen, das in Schieflage geratene Gerät richtig aufstellen und mich dann schleunigst wieder an die Arbeit begeben. Insgesamt kostete mich dieser Vorfall 60 Meter, bzw. ca. 15 Sekunden. Bei einem Marathon sicherlich nicht rennentscheidend, dennoch aus psychologischer Sicht sehr ärgerlich. Hannes war nur noch 29m hinter mir und der Rückstand zu Benjamin wuchs mit einem Schlag auf über 200m. Im weiteren Rennverlauf konnte ich den Vorsprung auf „Schinder-Hannes“ auf 180m ausbauen. Benjamin zog jedoch allmählich davon.

Ab der 32 Kilometer-Marke ging es mir zunehmend schlechter. Hannes konnte den Rückstand zu mir kontinuierlich reduzieren. Ich rechnete mir aus, dass mich Hannes frühestens 3 Kilometer vor dem Ziel einholen kann und nahm mir vor, meine ganze Kraft auf das dann folgende Finish zu konzentrieren. Doch es kam leider ganz anders.

(Teil 2 folgt in Kürze)

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2 Antworten to “Nünchritz 2011 – Teil 1”

  1. LOS! Horst schreib weiter! Mach es nicht so spannend! 🙂

  2. Stephan Says:

    Ja, liest sich bisher super. Eine Pace von 1:52 und das beim Marathon, ist mir echt unbegreiflich.

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